Hommage an Leonard Cohen und viele weitere Ikonen

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HARPSTEDT – Erwartungsgemäß haben die Harpstedter „Prager“ ihr Neujahrskonzert am Sonntagnachmittag im rappelvollen Koems-Saal mit dem Radetzkymarsch von Johann Strauss (Vater) eingeläutet. Die Fans wären vermutlich auch enttäuscht gewesen, wenn das Blasorchester mit dieser Tradition gebrochen hätte. Im Anschluss nahm Dirigent Steffen Akkermann die guten Vorsätze für 2017 aufs Korn: „Was ist neu? Die Sieben – klar. Doch macht das schon ein neues Jahr? Da quälen die Vorsätze, nicht zu rauchen, den Alkohol nicht zu missbrauchen, nichts Süßes mehr und keinen Speck; doch diese Vorsätze sind weg“, reimte er. In einer kurzen Begrüßungsansprache erwähnte der Vorsitzende Frieder Eiskamp das 40-jährige Bestehen der „Prager“. Dabei verschwieg er nicht, dass dieses „Jubiläum“ untrennbar mit dem musikalischen Leiter verbunden ist. 40 Jahre „Prager“ bedeuteten auch: 40 Jahre mit Steffen Akkermann als Gründungsmitglied und Dirigenten. „Es war eine unglaublich schöne Zeit mir dir. Wer weiß, ob es die ,Prager’ ohne dich heute noch geben würde?“, hinterfragte Eiskamp. Aktuell befänden sich 21 Nachwuchsmusiker im Alter von acht bis 60 Jahren in der Ausbildung. Nicht alle säßen „heute auf der Bühne“, vielleicht aber ja 2018. Und noch ein Jubiläum fand seine Würdigung: Seit nunmehr 25 Jahren ist das Neujahrskonzert ein fester Bestandteil des Veranstaltungsgeschehens im Harpstedter Koems-Saal – von jeher mit Unterstützung der Firma Meyer, die das Publikum mit leckeren Torten und Kaffee verwöhnt.

IMG_2170Die weltberühmte Ballade „Memory“ aus dem Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber brachte das Blasorchester im Konzertverlauf ebenso zu Gehör wie Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont geht’s weiter“ in einem Arrangement von Heinz Briegel oder den „Jägermarsch“. Mit „Don’t cry for me, Argentina“ aus „Evita“ zollten die „Prager“ einmal mehr dem britischen Großmeister unter den Musicalkomponisten, Andrew Lloyd Webber, Respekt. Bei „Über sieben Brücken musst du geh’n“, zu DDR-Zeiten ein Riesenhit der ostdeutschen Rockgruppe Karat und in der Bundesrepublik nicht minder erfolgreich gecovert von Peter Maffay, übernahm Winfried Famulla die Stabführung. Gerry Raffertys rockigem Evergreen „Baker Street“ verlieh Ben Müller als Solo-Saxophonist in der Interpretation der „Prager“ viel Drive und Charme. Nach einer kleinen Pause folgte der Marsch „Kaiserjäger“. Namentliche Erwähnung fanden die „Neuen“ Teresa Huntemann, Hauke Winter und Marten Rohlfs, die durch das Neujahrskonzert, wie es hieß, zu „echten Pragern“ geworden seien. Zu Ehren kam der 2016 verstorbene Komponist und Interpret Leonard Cohen. Dessen „Hallelujah“ hatte eine britische Zeitschrift als besten Song aller Zeiten gerühmt. Die „Prager“ brachten den zuletzt von den Vokalakrobaten der Band Pentatonix erfolgreich neu arrangierten Titel unter der Stabführung von Angela Würdemann zu Gehör.

IMG_2171Viel Beifall heimsten Johanna Pleus und Theresa Eiskamp ein, die den ersten Liedteil als kleines Solo auf der Trompete spielten. Nach langer Zeit verneigte sich das Blasorchester auch mal wieder musikalisch vor den Beatles mit ihren beiden legendären „Köpfen“ und Songschreibern Paul McCartney und John Lennon. „Yellow submarine“, „Hey Jude“, „Can’t buy me love“ oder auch „Yesterday“ kamen bei den Zuhörern super an. Daran ließ der kräftige Beifall keinen Zweifel. Ein weiteres für die Ewigkeit geschriebenes Musikstück, „A whiter shade of pale“ von Procol Harum aus dem Jahre 1967, würzte Claudia Grote mit einem Solo für Tenorsaxophon. Das vorläufige Ende des Konzerts markierte der beschwingte AbbaTrack „Thank you for the music“ . Ohne Zugabe ließ das Publikum die Musiker nicht ziehen. Mit „Gruß an Kiel“, dem „Trompetenecho“ sowie „Mister Dixi“ begeisterten die „Prager“ abermals ihre Fans. Beim letzten Stück hatte Marten Rohlfs am Schlagzeug seinen großen Auftritt. „Sein Gesellenstück“, flachste Akkermann. Brandender Applaus nach rund drei Stunden Orchestermusik vom Feinsten war der verdiente Lohn durchaus schweißtreibender Arbeit auf der Bühne.

(Quelle: Kreiszeitung 31.01.2017)